Geplante Hausgeburt sicher

 
Neugeborenes

Schweizerischer Hebammenverband
Grösste je durchgeführte Studie

Eine vor kurzem im renommierten British Medical Journal (BMJ) publizierte Studie aus den USA und Kanada untermauert die Sicherheit der professionell begleiteten Hausgeburt im Vergleich zur Spitalgeburt bei komplikationsarmem Schwangerschaftsverlauf. Erfasst wurden 5'418 Schwangere im Jahr 2000, die sich eine Hausgeburt gewünscht hatten. Rekrutiert wurden diese Frauen über 98 Prozent aller Hebammen, welche Mitglied des North American Registry of Midwives (NARM) sind. Als Kontrollgruppe dienten alle 3'360'868 komplikationslosen Normalgeburten, die im 2000 in den USA im Spital stattfanden. Resultate:

Von den erfassten Frauen mussten 655 (12.1%) dennoch im Spital betreut werden, bei fünf von sechs Frauen (83.4%) geschah die Überweisung vor der Geburt. Gründe waren Wehenschwäche, Schmerzen und/oder Erschöpfung. Nach erfolgter Hausgeburt wurden 1.3 Prozent der Mütter und 0.7 Prozent der Neugeborenen ins Spital überwiesen (wegen Blutungen, Plazenta-Problemen oder kindlichen Atemproblemen). Überweisungen betrafen Primiparae viermal häufiger als Multiparae.

Medizinische Interventionen waren bei den Hausgeburten signifikant tiefer als im Spital: CTG 9.6% versus 84.3%, Episiotomie 2.1% versus 33%, Zange 1.0% versus 2.2%, Vacuum 0.6% versus 5.2%, Kaiserschnitt 3.7% versus 19%.

Keine der Mütter starben. 4 Kinder starben vor Geburtsbeginn, was also nicht mit der Hausgeburt zusammenhing. Ebenso ausgeschlossen wurden 3 Kinder mit schweren Fehlbildungen. 5 Todesfälle geschahen während und 6 nach der Geburt. Schliesst man geplante Zwillings- und BEL-Hausgeburten aus (diese gelten nicht als risikoarm), dann liegt die Mortalität der Hausgeburt bei 1.7 Promillen. Diese Mortalitätsrate ist vergleichbar mit der bei den Klinikgeburten.

Der Gesundheitszustand von 98.3% der Babys und 98.4% der Mütter war sechs Wochen nach der Hausgeburt zufrieden stellend. Die Zufriedenheit der Frauen mit ihrer Geburt war hoch, über 97% bezeichneten sich als extrem oder sehr zufrieden.

In den USA generiert eine Hausgeburt unter Hebammenleitung nur gerade einen Drittel der Kosten einer komplikationslosen Spitalgeburt.

Kein Wunder, titelte das BMJ seine Einführung zur Studie mit : Giving birth: home can be better than hospital (Gebären: zu Hause kann besser sein als im Spital)!

Kenneth C Johnson, Betty-Anne Daviss, Outcomes of planned homebirths with certified professional midwives: large prospective study in North America. BMJ 2005;330:1416 (18 June) 10.10.2005, SHV/FSSF, Gerlinde Michel

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